BURGFÜHRUNG

Die Babenbergerburg im Wandel der Zeit


Theresianische MilitärakademieWahrzeichen der "Allzeit Getreuen"

Egal aus welcher Richtung man sich Wiener Neustadt nähert, die alte Babenbergerburg durchbricht gemeinsam mit dem Dom und dem Wasserturm wuchtig die Kulisse der Stadt. Die Burg ist das Wahrzeichen der „Allzeit Getreuen“ und gehört mit zu den ältesten Baudenkmälern in Niederösterreich. Einst Kaiser- und Königssitz, ist die Burg seit 1751 Heimat der ältesten Militärakademie der Welt. Generationen von Offizieren haben in diesem historischen Ambiente die renommierte und weltweit anerkannte Ausbildung absolviert.

Geschichtliche Wurzeln

Stadt und Burg zu „WIENER NEUSTADT“ wurden im Jahre 1194 vom Babenberger Herzog Leopold V. gegründet. Das Gebiet gehörte damals zur Steiermark und die Piesting bildete die Grenze zu Österreich. Der Bau einer neuen Stadt und Burg war notwendig, weil die bisherige Grenzfeste gegen Ungarn, Pitten, bereits verfallen war und gegen die dauernden Einfälle der Ungarn nicht mehr genügend Schutz bot. Als Standort der Burg wurde die Südostecke der Stadt gewählt, weil sie hier der natürlichen Leitha-Grenze am nächsten lag und weil das Gelände sumpfig und daher leicht zu verteidigen war. Wegen des Sumpfes musste die Burg auf Pfählen errichtet werden. Die Kosten wurden zum Teil aus dem Lösegeld für den englischen König Richard Löwenherz gedeckt, der auf der Rückreise vom 3. Kreuzzug in Österreich gefangen genommen wurde.

Der Bau der heutigen Burg wurde dann im Jahre 1379 durch den Habsburger Herzog Leopold III. den Biederen, begonnen. Die Burg wurde größer und massiver als die alte Babenbergerburg ausgebaut. Die bedeutendsten Bauarbeiten fanden jedoch in den Jahren 1440 - 1487 unter Kaiser Friedrich III. statt, der viele Jahre in der Burg residierte. In dieser Zeit entstand auch die Georgskirche und die Wappenwand. Die Burg sah im wesentlichen schon damals aus wie heute, hatte allerdings vier Ecktürme. 1529 entstanden an der Burg durch die Türkenbelagerung schwere Schäden. 1608 und 1616 verwüsteten Brände die Burg.

Burg vor dem Erdbeben 1768Am 14.12.1751 wurde die Burg dann ihrer heutigen Bestimmung zugeführt. Kaiserin Maria Theresia bestimmte die Burg als Unterkunft für die von ihr gegründete Militärakademie. Die Akademie war vorgesehen für 200 Offizierskadetten, davon 100 Adelige und 100 Söhne von verdienten Offizieren. Nach Adaptierungsarbeiten konnten am 01.11.1752 die ersten 191 Zöglinge in die neue Ausbildungsstätte einziehen. Der Zustand der Burg blieb von 1777 bis 1945 praktisch unverändert. Es wurden nur unbedeutende Adaptierungen, An- und Umbauten und Verbesserungen vorgenommen.

In den letzten Kriegswochen 1945 wurde die Burg allerdings durch Bomben, Brände und Plünderungen völlig zerstört. April bis Anfang Mai 1945 wurde die Burg in Brand gesteckt und brannte fast 14 Tage lang restlos aus - übrig blieb eine Ruine. Beim Wiederaufbau in den Jahren 1946-1959 wurde die historische Form wiederhergestellt. Soweit möglich wurden die alten Mauern belassen, die Raumaufteilung im Inneren wurde natürlich durch Einziehung von Zwischenwänden und -decken ebenso wie die Innenausstattung den modernen Gegebenheiten angepasst.