GEORGSKATHEDRALE

Bischofskirche des österreichischen Militärbischofs


Georgskathedrale (Wikipedia)Die St. Georgskathedrale ist eine spätgotische dreischiffige Hallenkirche und wurde 1440 - 1460 von Peter von Pusica erbaut. Acht 90 cm starke Säulen tragen die Decke. An den Schlusssteinen des Gewölbes sind die Wappenschilde des Hauses Österreich angebracht.

Infolge der eigentümlichen Anlage der Kirche über der Haupteinfahrt der Burg fehlen das Querschiff und das Presbyterium.

Die Kirche hieß ursprünglich Marien- oder Frauenkapelle. Erst als Friedrich III. 1479 den von ihm 1468 in Millstatt gegründeten Georgsritterorden nach Wr. Neustadt verlegte und Papst Sixtus IV. Wr. Neustadt zum Bistum erhob, erhielt sie den Namen Georgskirche.

Glasfenster (Wikipedia)Die Glasfenster sind ebenfalls eine Arbeit aus dem 15. Jahrhundert. Die ursprünglichen Fenster (aus 1479) wurden jedoch 1485 bei der Belagerung durch Matthias Corvinus und 1494 und 1496 durch Feuersbrünste teilweise zerstört. Bei der Wiederherstellung in den Jahren 1500 - 1520 durch den Niederländer Joris van Delft wurden allerdings einige Veränderungen vorgenommen, sodass nunmehr auf den Fenstern zwar öfter Friedrichs AEIOU, er selbst aber nicht mehr aufscheint. Früher waren auch die Seiten- und Rückfenster mit Glasmalerei versehen, sie wurden jedoch später unter der Leitung des berühmten Kommandanten Graf Kinsky (einem Anhänger des Josefinismus, der auch sonstige Veränderungen in der Kirche vornahm) durch normales Glas ersetzt, um die Kirche heller zu machen und die Kadetten, die bei der täglichen Frühmesse zu schlafen pflegten, besser überwachen zu können. Während des Krieges waren die Glasfenster gut verpackt im alten Salzbergwerk bei Hallein verwahrt.

Im Jahre 1945 wurde die Kirche fast völlig zerstört, der Wiederaufbau erfolgte mit Sandstein aus St. Margarethen/Burgenland und Loretto. Die einzige Säule, die im Original erhalten blieb, ist die vorderste rechte Säule. Auf ihr sieht man die so genannte Armenbibel, die Friedrich III. vermutlich für seine Frau Eleonora von Portugal anbringen ließ. Armenbibeln, die nur aus Bildern ohne Text bestanden, waren in der damaligen Zeit für das einfache, des Lesens unkundige Volk gebräuchlich. Sie zeigen von oben nach unten das Leben Jesu.

Georgskathedale (Wikipedia)Als Altarbild sieht man ein Standbild des Hl. Georg aus Bronze, ebenfalls eine Arbeit aus dem 15. Jahrhundert, angeblich vom Hofgießer Maximilian I. In der Mitte der Kirche steht der Reliquienschrein Friedrich III., der jedoch 1770 entfernt wurde, weil er zuviel Platz wegnahm. Außer dem Grabmal Maximilian I. befindet sich noch eine Gruft in der Georgskirche. Vorne im rechten Seitenschiff wurde 1683 der Chorbischof von Köln, Propst Wolfgang Georg, ein Bruder der Kaiserin Eleonore (Gattin Leopold I.) beigesetzt. Er war auf der Rückreise von Rom hier verstorben. Die Deckplatte seiner Gruft trägt die Inschrift: "Sag mir, stummer Stein, wessen Gebeine du birgst ? - Blicke um dich und lies rechts den Namen im Erz !".

Im Jahre 1784 wurde der Bischofssitz des Bistums Niederösterreich von Wr. Neustadt nach St. Pölten verlegt. Seit 1963 ist die Georgskirche jedoch wieder Bischofskirche (seit 01.07.1987 durch die Inbesitznahme durch den Militärbischof Kostelecky Kathedrale) und zwar für den österreichischen Militärbischof. Somit wurde Wr. Neustadt wieder Bischofssitz.