GENERALSTIEGE

Aula Generalstiege


Hier befand sich die Gottesleichnamskapelle, die von Ernst dem Eisernen, dem Vater Friedrich III. gegründet und von Friedrich III. ausgebaut wurde. Benannt nach der "Gottesleichnams-Bruderschaft", die seit 1428 bestand und der sowohl Friedrich selbst als auch seine Gattin Eleonore angehörten.

Erhalten ist nur noch das Gewölbe in der Vorhalle, der Schlussstein zeigt den feuerspeienden Panther, das Wappentier der Steiermark, das Wappen Ernst des Eisernen.
Die Köpfe an den unteren Enden der Gewölberippen zeigen angeblich die Familie des Baumeisters Peter von Pusica (Erbauer der Georgskirche und der Wappenwand), und zwar links vom Tor beginnend im Uhrzeigersinn: Pusicas Söhne Melchior und Balthasar, Pusicas erste Frau und seine Tochter Anna, Pusicas zweite Frau und Pusica selbst. Es gibt jedoch auch eine andere Deutung.

Da sich weder im Gewölbe noch an anderer Stelle Besitzzeichen Friedrich III oder entsprechende Jahreszahlen befinden, kann auch angenommen werden, dass die Kapelle bereits unter Ernst dem Eisernen, dem Vater Friedrich III., um 1420 erbaut wurde.

Durchquert man die Gottesleichnamskapelle so gelangt man zur ehemaligen Außenmauer der Apsis, die früher über die Stadtmauer hinausragte. Durch die Zubauten in der theresianischen Zeit rückte dieser Teil in die Mitte des Osttraktes.

Als nach dem Erdbeben 1768 die Gottesleichnamskapelle neu gestaltet wurde, wurden die Glasfenster in das Neukloster gebracht, wo sie zum Teil heute noch liegen.

Andere Teile befinden sich im Stiftsmuseum Heiligenkreuz und im Hessischen Landesmuseum. Weitere Teile (Wappenscheiben) tauchten 1934 bei einer Versteigerung in Luzern/Schweiz auf. Einlieferer und Erwerber sowie der Verbleib dieser Wappenscheiben konnten nicht mehr festgestellt werden.